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Portrait Norwegische Waldkatze
Die Waldkatze ist nicht verwandt mit der Europäischen
Wildkatze. Lange Zeit lebte die Waldkatze ungestört, aber auch
unbeachtet in den
Wäldern und Tälern Norwegens und Schwedens, wo man auch heute noch
mit viel Glück frei lebende Exemplare dieser Rasse antreffen kann.
Ansonsten war sie als Mäusefänger und Spielgefährte der Kinder ein gern
gesehener Gast auf den Wald- und Fjordbauernhöfen.
Leider wurde sie dann immer seltener durch die Vermischung mit den
dominierenden Genen der kurzhaarigen Hauskatze.
Eine Gruppe von Katzenliebhabern erkannte dann Anfang der dreißiger
Jahre, dass es sich bei den einheimischen Katzen um eine natürlich
gewachsene Rasse handelt und beschloss, die Waldkatze zu züchten und so
ihre Ursprünglichkeit zu erhalten. Dann zerstörten die Kriegswirren
diesen Anfang der Zuchtbemühungen. Nach dem Krieg verfolgten einige
Liebhaber den Plan weiter, mit möglichst rassereinen und typvollen
Tieren diese Art zu erhalten. Kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges
wurden die Waldkatzen auf einer Ausstellung in Oslo erstmals als Rasse
vorgestellt. Aber erst im September 1972 wurde die Waldkatze als
eigenständige Rasse anerkannt und erhielt einen vorläufigen Standard.
Die Zucht wurde in den nächsten Jahren erschwert, da es nur wenige
anerkannte Tiere gab. Die Züchter mussten drei Generationen nachweisen,
um einen Antrag auf internationale Anerkennung zu stellen.
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Hier ein paar Daten in Kurzform
1973 - Aufruf zur Lokalisierung vorhandener Zuchttiere
1974 - Der erste Wurf von Pippa Skogbus mit Pan`s Truls wird geboren.
Auf diese beiden Waldkatzen und Trul`s zweite "Ehefrau" Pan`s Trulte
lassen sich noch heute viele Stammbäume zurückverfolgen.
1975 - Gründung des Norskskogkattring (skog = norw. "Wald", katt = norw.
"Katze") in Oslo, der noch heute bestehenden Interessengemeinschaft
Norwegische Waldkatze
1977 - Anerkennung der Norwegischen Waldkatze auf der Generalversammlung
der FiFe in Paris
Pan`s Truls
Im November 1977 wurde Pan`s Truls als erster Norwegischer Waldkater mit
vollem Zertifikatsstatus anerkannt. Sein Bild war im Fernsehen zu sehen
und die Nachricht wurde überall übertragen. Ganz Norwegen freute sich
über ihre neue Katzenrasse.
Die Norwegische Waldkatze heißt also "norwegisch", weil sie zuerst in
Norwegen anerkannt wurde und es norwegische Züchter waren, die sich der
Rasse annahmen, obwohl es auch in den anderen nordischen Ländern
Waldkatzen gab.
Zum
Rassestandard gehören u.a. die
folgenden Merkmale
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Kopf:
dreieckige Form, alle Seiten gleich lang, hohes Profil, Stirn leicht
gerundet, langes gerades Profil ohne Unterbrechung (Stop)
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Kinn:
kräftig
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Ohren:
Form groß, an der Basis breit, spitz zulaufend, luchsartige
Haarpinsel (Haarspitzen an den Ohrenenden) und lange Haarbüschel in
den Ohren
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Augen:
groß und oval, gut geöffnet, leicht schräg gestellt, alle Farben
erlaubt unabhängig von der Fellfarbe
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Ausdruck:
wachsam
-
Körper:
lange Struktur, kräftiger Knochenbau
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Beine:
kräftig, hochbeinig, Hinterbeine höher als Vorderbeine
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Pfoten:
groß, rund
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Schwanz:
lang und buschig, reicht mindestens bis zu den Schulterblättern,
besser bis zum Nacken
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Fell:
halblange Struktur, wolliges Unterfell wird auf dem Rücken und an
den Flanken von wasserabstoßendem Deckhaar überdeckt, Deckhaar aus
langen groben und (gelegentlich schwach bläulich) glänzenden
Grannenhaaren
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Farbe:
Alle Farben sind zugelassen, inklusive aller Farben mit Weiß, mit
Ausnahme von Pointed-Abzeichen, Chocolate und Lilac, Cinnamon und
Fawn. Jede Menge an Weiß ist erlaubt, zum Beispiel eine weiße
Flamme, ein weißes Medaillon, Weiß an der Brust, Weiß an den Pfoten
etc. Eine voll im Fell stehende Katze besitzt eine Hemdbrust, eine
volle Halskrause und Knickerbocker.
Bei der FIFé und bei vielen freien Verbänden werden die Norweger seit
dem 1. Januar 2005 auch in den neuen Farbbezeichnungen Amber und
Amber-Light anerkannt, es handelt sich hierbei um einen apricotartigen
oder zimtartigen Farbton, der teilweise schon beim Jungtier, oft erst
beim erwachsenen Tier voll zur Geltung kommt.
Die Farbbezeichnung Amber und Amber-Light gibt es bislang nur bei der
Norwegischen Waldkatze
Haltung
Die Fellpflege ist eigentlich sehr problemlos. Einmal pro Woche kämmen
(mit einem grobzinkigen Kamm für Semilanghaarrassen) und bürsten genügt
normalerweise, da ihr Fell aufgrund seines besonderen Aufbaus nicht zum
Verfilzen neigt. Lediglich in der Zeit des Fellwechsels sollte man
täglich zum Kamm greifen (wenn nicht anders möglich auch zur Schere) .
Zum einen weil sich durch die toten Haare vor allem unter den Achseln
und in den Höschen Knötchen bilden können, zum anderen verschlucken die
Katzen sonst beim Putzen zu viele Haare, und Probleme mit Haarbüscheln
im Magen sind dann vorprogrammiert.
Selbst bei den Babys ist es bereits dringend erforderlich zum Kamm bzw.
Bürste (weich wie bei Menschenbabys) zu greifen. Denn man gewöhnt das
kleine Kätzchen besser früh daran, wenn man nicht später mit
Lederhandschuhen bewaffnet seine ausgewachsene Katze oder Kater (bis zu
7 - 8 kg) bürsten muss. Keine Stelle des kleinen Katzenkörpers sollte
ausgespart werden. Denn gerade ausgewachsene Kater lassen sich oft sehr
schwer bändigen, wenn sie schon nur die Bürste sehen.
Keine besonderen Ansprüche stellt die Waldkatze bei der Haltung. Mann
kann sie ins Freie lassen, doch sie fühlt sich auch in der Wohnung "sauwohl".
Über einen eingenetzten Balkon oder ein Freigehege, sie liebt es nämlich
auch bei kaltem Wetter an der frischen Luft zu sein, würde sie sich
freuen, ist aber nicht von Nöten. Um den Kletterkünsten trotzdem
genügend Rechnung zu tragen, ist die Anschaffung eines am besten Decken
hohen Kratzbaumes absolute Pflicht.
Waldkatzen sind sehr gesellig und anhänglich ihrem Menschen gegenüber.
Ignoriert man eine Waldkatze zu lange (jedenfalls ihrer Meinung nach),
dann macht sie sich durch "Köpfchengeben" bemerkbar und fordert so zum
Schmusen und Spielen auf. Der ausgeprägte Spieltrieb bleibt oft bis ins
hohe Alter vorhanden.
Aufgrund dieser Charaktermerkmale leben Norweger nicht gerne alleine.
Wenn man länger als acht Stunden aus dem Haus ist, sollten es besser
zwei Katzen oder Kater oder Katze und Kater sein. Ein alleingelassenes
Baby fängt sonst an sich zu langweilen (eine erwachsene Katze natürlich
genauso), und wer sich langweilt, sucht sich Beschäftigung.......
Tischdecken runterziehen, im Vorhang schaukeln oder die Wand von der
lästigen Tapete befreien - solche oder andere "Schandtaten" verleihen
dann der Unzufriedenheit mit der Einsamkeit Ausdruck. Ein Katzenpärchen
dagegen kann sich die Zeit gemeinsam vertreiben, z.B. mit
Pfotenballspielen, heißen Hetzjagden oder gemeinsamen
Kuschelstunden.
Sie ist ein angenehmer Hausgenosse, anhänglich und verschmust,
zugleich aber selbstbewusst und lebendig.
Text: Julia Falk
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